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Niels Bubel - Laufen, Leben, Gutes tun
Seit dem 1. Ja­nuar 2017 liegt mein Start­recht bei ei­nem neuen Ver­ein: ich starte bei Wett­kämp­fen für die LG Nord Ber­lin. Ge­nauer ge­sagt laufe ich in Zu­kunft im Tri­kot des Ul­tra­teams der LG Nord Ber­lin. Da­mit ist meine Zeit beim Ver­ein „Die Lauf­part­ner“ zu Ende ge­gan­gen. Der Grund für den Wech­sel ist die Tren­nung von mei­nem lang­jäh­ri­gen Trai­ner Volk­mar Scholz.

Ich habe Volk­mar vie­les zu ver­dan­ken. Er stand mir im Trai­ning aber auch im Wett­kampf im­mer zur Seite. Mit ihm konnte ich meine Best­zei­ten er­rei­chen. Er hat meine Trai­nings­pläne ge­stal­tet und um mich herum ein star­kes 50km-Team ge­formt, mit dem ich u.a. 2015 den Deut­schen Team-Rekord über 50km ver­bes­sert habe. Al­ler­dings gab es seit ei­ni­ger Zeit Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten grund­sätz­li­cher Art. Wir er­kann­ten beide, dass die Fort­set­zung der er­folg­rei­chen Zu­sam­men­ar­beit da­mit nicht mehr mög­lich war.

Nach der Tren­nung im März 2016 wollte ich meine Ziele na­tür­lich wei­ter­hin er­rei­chen. Des­halb suchte ich Rat bei Ul­tra­ma­ra­thon­läu­fern mit viel Er­fah­rung, um meine Pre­miere über 100km mög­lich zu ma­chen. Mir war klar, dass ich mein Trai­ning nicht im Al­lein­gang pla­nen konnte. Des­halb danke ich vor al­lem Hu­bert Beck, der mir mit sei­nen Bü­chern und E-Mails wert­volle Er­fah­run­gen ver­mit­telt hat und durch seine Trai­nings­pläne Rah­men ge­schaf­fen hat. Zu­sam­men mit Hin­wei­sen von Nor­bert Ma­dry und Mi­chael Som­mer konnte ich mein Trai­ning so ge­stal­ten, dass ich sehr gut auf die An­for­de­run­gen der Ul­tra­ma­ra­thon­läufe vor­be­rei­tet war. Al­ler­dings fehlte es mir noch an Er­fah­rung, meine Leis­tungs­fä­hig­keit rich­tig ein­zu­schät­zen und an­stelle ei­nes Er­fol­ges musste ich bei der DM über 100km viel Lehr­geld be­zah­len. Doch ich habe meine Schlüsse ge­zo­gen und werde dar­aus lernen.

Ich habe mich nach reich­lich Be­denk­zeit im Herbst dazu ent­schlos­sen, mich der LG Nord Ber­lin an­zu­schlie­ßen. Das dor­tige Ul­tra­ma­ra­thon­team wird von Silke und Jörg Stutzke ge­führt. Das Team zeich­net sich durch die Viel­sei­tig­keit der ein­zel­nen Ath­le­ten, die Team­stärke und den Team­geist aus. Mir war wich­tig, dass ich mich ei­nem re­gio­na­len Ver­ein an­schließe. Hinzu kommt die Aus­rich­tung auf die Ultramarathon-Distanzen. Das Team hat zu­sam­men­ge­nom­men ei­nen im­men­sen Er­fah­rungs­schatz in die­ser un­ge­wöhn­li­chen Dis­zi­plin der Leicht­ath­le­tik. Da­von möchte ich pro­fi­tie­ren. Auch im Jahr 2017 möchte ich er­neut 100km lau­fen – dies­mal als Teil die­ses Teams. Bei ge­mein­sa­men Läu­fen im Trai­ning oder Wett­kampf möchte ich das Team an mei­ner Lei­den­schaft und der Freude am Lau­fen teil­ha­ben las­sen. Zu­sam­men würde ich gerne den ei­nen oder an­de­ren Teamer­folg feiern.

Ich freue mich auf den Neu­start und die Wett­kämpfe, bei de­nen ich nun im ro­ten ASICS-Trikot für den SC Te­ge­ler Forst bzw. die LG Nord Ber­lin star­ten werde.

Mit lei­den­schaft­li­chen Grüßen

Niels Bubel - Laufen, Leben, Gutes tun

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Niels-Bubel - Ultramarathon bei der 50km DM in Marburg 2015 

Be­reits in der Vor­be­rei­tung habe ich es ge­spürt: Mein ers­ter Deut­scher Meis­ter­ti­tel bei mei­ner Pre­miere über 50 Ki­lo­me­ter bei den Deut­schen Meis­ter­schaf­ten 2014 war kein Zu­fall. Ge­rade die lan­gen Dis­tan­zen von 40 Ki­lo­me­tern und mehr fas­zi­nie­ren mich. Das Be­son­dere in die­sem Jahr war, dass ich nicht al­leine mit mei­nem Trai­ner un­ter­wegs war – we­der im Trai­ning und noch am Tag-X, dem Hö­he­punkt am 28. Fe­bruar in Mar­burg an der Lahn. Mit Ger­rit We­ge­ner und Sa­ma­lya Schä­fer hat sich mein Weg mit de­nen zweier wei­te­rer Ber­li­ner ge­kreuzt. Mit ih­nen habe ich be­reits im Som­mer 2014 ne­ben dem Ver­such mei­ner Ti­tel­ver­tei­di­gung das Ziel der gol­de­nen Team-Medaille in An­griff ge­nom­men. Im­mer wie­der push­ten wir uns im Trai­ning ge­gen­sei­tig an und wa­ren alle in Höchst­form als es dar­auf ankam.

Nun habe ich meine 50km-Bestzeit um neun Mi­nu­ten ver­bes­sern kön­nen und es sah in Mar­burg lange Zeit so aus, als ob ich den deut­schen Re­kord von 2:52:26 Stun­den bre­chen könnte. Der Deut­sche Re­kord war zwar im Hin­ter­kopf, viel wich­ti­ger war mir aber die Ti­tel­ver­tei­di­gung und eine ganz an­dere Best­leis­tung. Des­halb folgte der große Ju­bel nicht so­fort auf mei­nen Ziel­ein­lauf. Meine Ge­dan­ken wa­ren bei mei­nen bei­den Team­ka­me­ra­den Ger­rit und Sa­ma­lya. Wann wür­den sie ins Ziel kom­men? Un­ser Trai­ner traute uns die Ver­bes­se­rung des Re­kor­des der Team­wer­tung zu. Das hat je­den von uns be­flü­gelt und ich hoffe, dass die bei­den auch auf den Ge­schmack für die rich­tig Aus­dauer for­dern­den Dis­tan­zen ge­kom­men sind. Wir drei vom Team in den blauen Tri­kots “Die Lauf­part­ner” pul­ve­ri­sier­ten die Team-Bestleistung auf ad­dierte 9:24:42 Stun­den. Ich bin mir si­cher, dass ich ohne das starke Ge­mein­schafts­ge­fühl un­se­res Teams nicht so schnell ge­we­sen wäre. Ge­mein­sam füh­ren wir nach dem ers­ten Wett­be­werb die Rang­liste der Ultramarathon-Bundesliga an.

Da­mit bin ich mei­ner Vi­sion ein Ul­tra­ma­ra­thon­läu­fer über 100 Ki­lo­me­ter zu wer­den, wie­der ei­nen Schritt nä­her ge­kom­men. Mit mei­ner Zeit führe ich nun die ak­tu­elle Welt­jah­res­bes­ten­liste an und wäre da­mit 2014 auf Platz zwei ge­lan­det. Ich fühle mich ge­ehrt, wenn ich da­mit so­gar Hoff­nun­gen ge­weckt habe, be­reits in nicht allzu weit ent­fern­ter Zu­kunft Deutsch­land bei ei­nem in­ter­na­tio­na­len Wett­kampf wür­dig ver­tre­ten zu dür­fen. Gleich­zei­tig danke ich der tol­len Un­ter­stüt­zung mei­nes Trai­ners, mei­ner Fa­mi­lie und mei­ner Spon­so­ren. Nur in Zu­sam­men­spiel vie­ler Fak­to­ren kann ich meine Lei­den­schaft emp­fin­den und Leis­tung und Le­bens­freude, die ich gerne teile, entfalten.