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Was kann ich tun, wenn ein Freund von mir in den Krieg ziehen muss? Das Frage ich mich und denke dabei an Chai aus Israel. Er lebt in der Nähe von Tel Aviv und wenn es nicht bald einen Waffenstillstand zwischen den Palästinensern uns den Israelis gibt, dann wird Chai für die israelische Armee rekrutiert, um in den Gazastreifen mit einer Bodenoffensive zu marschieren. Dabei könnte er getötet werden. Er müsste vielleicht andere erschießen, um selbst nicht erschossen zu werden.

Mit Chai habe ich 2 Jahre lang zusammen trainiert. Er hat hier in der israelischen Botschaft gearbeitet. Seine Leidenschaft galt in der Zeit dem Marathon und er hatte den Traum 2009 bei den Weltmeisterschaften in Berlin für sein Land zu starten. Zwar war er 2008 beim Berlin-Marathon nach 2 Stunden und 24 Minuten im Ziel. Aber das reichte leider nicht…Dafür hat er mich mit seiner Disziplin beeindruckt und mir Mut gemacht, dass ich auch so schnell laufen könnte wie er. Damals erschien mir das fast unmöglich zu sein.

Nun mache ich mir große Sorgen um ihn. Tag für Tag werden Raketen von beiden Seiten abgeschossen mit dem Ziel der Zerstörung. Dabei werden viele, viele Menschen getötet. Die Mahnung von anderen Politikern scheinen nichts zu nützen. Jede Partei beharrt auf ihren Forderungen. Ich habe den Eindruck, dass Menschenleben, die leiden müssen oder die getötet werden, nicht beachtet werden. Machtdemonstration und die Erniedrigung des Gegners mit Racheaktionen stehen an erster Stelle. Leid wird in Kauf genommen.

Meine Gedanken sind auch bei Chai’s Frau. Sie ist schwanger und jeden Tag kann ihr Kind zur Welt kommen. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen, wie Chai in den Krieg ziehen muss, während er Vater wird. Was kann ich tun?

Ich bete jeden Abend dafür, dass bald eine friedliche Lösung gefunden werden kann und die gewalttätigen Angriffe ein Ende haben. Ich bete dafür, dass keine Menschen mit Raketen getötet werden und keiner gegen seinen Willen in den Krieg ziehen muss. Ich bete dafür, dass Chai und alle anderen Menschen auf der Welt ohne Angst und Furcht vor Angriffen aus dem Haus gehen können, um zur Arbeit zu gehen, Sport treiben zu können oder auf dem Spielplatz zu spielen.

Wie wäre es, wenn der Kampf um Gerechtigkeit im sportlichen Sinne ausgetragen werden würde. Stell Dir vor, die Soldaten würden die Waffen und Ausrüstung gegen Trikot und Schuhe eintauschen und in einem Wettlauf gegeneinander antreten. Wäre das eine friedliche und gerechte Lösung?

Meiner Meinung nach, müsste man überhaupt verhindern, dass es zu solch großen Konflikten kommt, bei denen Entscheidungen nicht mehr nach Gesetzen der Vernunft gefällt werden. Meine Idee: Mehr Sport. Wer Sport treibt, lernt wichtige Regeln, die wichtig im Zusammenleben mit anderen Menschen sind. Sportler treten ihren Gegnern mit Respekt entgegen. Wer sportlich aktiv ist, verhält sich fairer seinen Mitmenschen gegenüber. Meine These: Je mehr Sport die Menschen einer Gesellschaft treiben, desto mehr Gewalt würde verhindert werden.

Auch heute werden wohl wieder Raketen abgefeuert werden. Meine Gedanken sind bei Chai und seiner Familie. Möge Gott, den Menschen Hoffnung geben, sie an eine friedlichere Zukunft glauben lassen und ihnen die Rache nehmen, damit der Krieg beendet werden kann.