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Fokussierung auf 2222 Meter - Niels Bubel - Marathon-Vorbereitung

Seit zwei Wo­chen habe ich mich an den süd­lichs­ten Zip­fel Deutsch­lands, ins Herz der All­gäuer Al­pen, zu­rück­ge­zo­gen. Nach vie­len Mo­na­ten Auf­bau­ar­beit habe ich in der Berg­welt meine erste Phase der di­rek­ten Vor­be­rei­tung auf mei­nen Jah­res­hö­he­punkt, den Deut­schen Meis­ter­schaf­ten im Ma­ra­thon am 13. Ok­to­ber in Mün­chen in An­griff genommen.

Ne­ben op­ti­ma­len Be­din­gun­gen an der Stil­lach, Breit­ach und Trettach, die bei Oberst­dorf den Ur­sprung der Il­ler bil­den, ge­nieße ich be­son­ders die weite Aus­sicht von den Gip­feln. Ich frage mich, was für mich wich­tig ist, um meine Best­zeit von 2:26:42 Stun­den zu ver­bes­sern. Nicht nur die Mus­keln sol­len stär­ker, aus­dau­ern­der wer­den, son­dern auch der Kopf. Al­les muss stim­men, um die vie­len nö­ti­gen Ki­lo­me­ter Wo­che für Wo­che zu be­strei­ten. Tag für Tag ar­beite ich daran, meine Re­ge­ne­ra­ti­ons­zei­ten zu ver­kür­zen, mit ab­wechs­lungs­rei­chen Es­sen meine En­er­gie­spei­cher zu fül­len und mit mehr Stun­den Schlaf aus­ge­ruht in je­den neuen Trai­nings­tag zu star­ten. Oben auf dem Gip­fel des Ne­bel­horns auf 2222 Me­tern über dem Mee­res­spie­gel finde ich die Ruhe, in mich hin­ein und auf die Si­gnale des Kör­pers zu hö­ren. Da gibt es kein Fern­se­hen, kein In­ter­net und da­mit keine Reiz­über­flu­tung, der ich im All­tag so­oft aus­ge­setzt bin. Es ge­lingt mir er­staun­lich gut, mich nach dem ers­ten Trai­ning zu ent­span­nen und dann wie­der neue Span­nung für die nächste Ein­heit auf­zu­bauen. So kann ich meine Kon­zen­tra­tion auf das Lauf­trai­ning bün­deln. Mit die­ser ver­bes­ser­ten Fo­kus­sie­rung schaffe ich es, ef­fek­ti­ver zu trai­nie­ren und ge­nau so schnell zu lau­fen, wie es dem Kör­per gut tut, da­mit ich Schritt für Schritt im­mer stär­ker werde.

Be­vor es nächste Wo­che von dem Bau­ern­hof am Söl­ler­eck, den ich bei mei­nem Auf­ent­halt sehr lieb ge­won­nen habe, wie­der zu­rück in meine Hei­mat geht, gibt es auf mei­nem Weg noch eine Zwi­schen­sta­tion in Form der Halb­ma­ra­thon­dis­tanz im Rah­men des All­gäu Pan­orama Ma­ra­thons am Sonn­tag. Ich möchte bei die­sem Land­schafts­lauf mit ei­ni­gen Hö­hen­me­tern neue Mo­ti­va­tion tan­ken und mich zum Ende des Trai­nings­la­gers auch an hohe Ge­schwin­dig­kei­ten ge­wöh­nen, um sie spä­ter leich­ter ab­ru­fen zu kön­nen. Ich bin sehr ge­spannt und werde von mei­nen Er­leb­nis­sen berichten.